Mittwochsdate mit dem Tatortreiniger

Neiiin, „Der Tatortreiniger“ ist natürlich keine Serie, die sich gemütlich mit den Kindern gucken lässt. Zu viel Blut, zu abgedreht, zu makabere Witze. Aber aus folgenden Gründen ist sie für mich das perfekte Kontrastprogramm für den Mutti-Feierabend (und obendrein das Lustigste, was es im deutschen Fernsehen gerade so gibt).

Darum geht’s: Heiko „Schotty“ Schotte putzt als Tatortreiniger routiniert weg, was sich andere nichtmal vorstellen mögen – letzte Spuren von Menschen, die diese bei ihrem Tod hinterlassen haben. Folge für Folge verbringt er so alleine mit viel Blut, absurden Schicksalen und den Hinterbliebenen, die am Tatort auftauchen. Aus diesen Begegnungen ergeben sich kammerspielartige Dialoge, gespickt mit grandioser Situationskomik (Regie führt „Stromberg“-Macher Arne Feldhusen).

Das gefällt Mutti: 1. Die Erkenntnis, dass es echt Schlimmeres gibt, als ein bisschen Kinderkotze von der Couch zu schrubben. 2. Die perfekte Länge – eine Folge dauert plusminus eine halbe Stunde, das schaffen sogar sehr müde Mamas noch vorm Schlafengehen. Und dann natürlich 3.: Schotty alias Bjarne Mädel. Was ist das bitte für ein Supertyp. Klar, auch als Ernie in „Stromberg“ und Polizeiobermeister Schäffer in „Mord mit Aussicht“ ist er lustig. Aber diese Mischung aus trotteliger Großspurigkeit und Vorort-Gentleman, mit der er den Tatortreiniger gibt, ist irgendwie anrührend.

Das waren die ersten Staffeln: Die Staffeln eins bis drei gibt es bereits auf DVD zu kaufen. Absolute Lieblingsfolge: „Schottys Kampf“ (Staffel 2, Folge 7).

Das sind die aktuellen Folgen: Momentan zeigt der NDR die vierte Staffel, jeweils mittwochs ab 22 Uhr laufen zwei neue Folgen, die danach auch in der Mediathek zu sehen sind.

Wer danach immer noch nicht genug von Bjarne Mädel hat: Sollte sich seinen Gedichtband „Glück reimt sich nicht auf Leben – Na ja, so ist das eben“ besorgen.

 

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